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Zverev gewinnt US Open – und merkt es zuerst gar nicht

Alexander Zverev hat die US Open gewonnen. Der Hamburger bezwang im Finale von New York den US-Amerikaner Ben Shelton. Es ist sein zweiter Grand-Slam-Titel in diesem Jahr.

 

Alexander Zverev ist der neue US-Open-Champion. Der 29-Jährige setzte sich am Sonntag im Finale gegen Ben Shelton durch. Das Ergebnis: 6:3, 7:6 (7:2), 5:7, 6:2 nach einem umkämpften Vier-Satz-Match. Den zweiten Satz entschied ein Tie-Break – eine Art Entscheidungsrunde, die bei 6:6 gespielt wird.

Es ist bereits Zverevs zweiter Grand-Slam-Titel. Den ersten holte er ebenfalls dieses Jahr, bei den French Open. Als Sieger kassiert er nun 5,5 Millionen US-Dollar Preisgeld – umgerechnet rund 4,7 Millionen Euro. Das ist die höchste Siegprämie in der Geschichte der US Open.

**Die wichtigsten Zahlen im Überblick:**

- Endstand: 6:3, 7:6 (7:2), 5:7, 6:2
- Ort: Arthur Ashe Stadium, New York
- Preisgeld Sieger: 5,5 Mio. USD (ca. 4,7 Mio. Euro)
- Zverevs 2. Grand-Slam-Titel 2026 (nach den French Open)
- Zverevs 26. Turniersieg auf der ATP Tour insgesamt
- Zweiter deutscher Herren-Champion in New York nach Boris Becker (1989)

Der Matchball, den er selbst nicht bemerkte

Zur kuriosesten Szene des Turniers wurde ausgerechnet der entscheidende Punkt. Beim Stand von 40:15 im vierten Satz ging der Return von Shelton nach einem starken Aufschlag des Deutschen ins Aus. Der Sieg. Nur wusste Zverev das im ersten Moment nicht. Während das Publikum schon aufstand und klatschte, drehte er sich zur nächsten Aufschlagposition. Erst ein verwirrter Blick auf die Anzeigetafel brachte ihm Klarheit. Dann riss er lächelnd die Arme hoch.

Seine Erklärung danach: Er habe sich beim Spielstand vertan. Er dachte, es stehe 5:1 statt 6:2. „Ich war in einer Art Tunnel, in dem ich nichts mehr wahrgenommen habe", sagte Zverev. Im vollen Stadion kam das bei ihm aber einfach nicht an, obwohl die Schiedsrichterin „Spiel, Satz und Sieg" da längst verkündet hatte. Zverev vermutete später sogar: Der kleine Zählfehler könnte ihm geholfen haben. Er blieb dadurch bis zum letzten Punkt fokussiert, statt vorzeitig nervös zu werden.

Zweiter deutscher Champion nach Boris Becker

Mit dem Titel ist Zverev erst der zweite deutsche Tennisprofi, der die US Open gewinnt. Vor ihm schaffte das nur Boris Becker, der die US Open 1989 gewann. Becker selbst kommentierte den Sieg später im Fernsehen und nannte die verpasste Jubelszene „die Szene des Jahres" im Sport.

Ein starkes Tennisjahr

Nach einer bitteren Zeit davor ist der Erfolg für Zverev nun Teil eines besonders starken Jahres. Anfang 2025 verlor er bei den Australian Open sein drittes Grand-Slam-Finale in Folge gegen Jannik Sinner. Anfang 2026 kam er in Melbourne bis ins Halbfinale. Dann lief es rund: im Juni der Titel bei den French Open, im Folgemonat ein Finaleinzug bei Wimbledon, jetzt der Sieg bei den US Open. Damit gehört er erst zu vier Spielern der Open Era, die ihre ersten beiden Grand-Slam-Titel im selben Jahr gewinnen.

Auch Shelton schrieb Geschichte

Ben Shelton verlor zwar das Finale, hatte aber selbst einen besonderen Lauf: Im Viertelfinale bezwang er Titelverteidiger Carlos Alcaraz in einem Fünf-Satz-Krimi, im Halbfinale seinen Landsmann Frances Tiafoe. Der erste Grand-Slam-Titel eines US-Amerikaners seit Andy Roddick 2003 blieb ihm aber verwehrt – damit setzt sich die Durststrecke der US-amerikanischen Männer im Grand-Slam-Einzel fort.

Den offiziellen Spielbericht gibt es bei der ATP Tour